Thema 2014 Pittoresk: Genug!

Das Thema des Kunst-Laufs 2014 heisst PITTORESK: GENUG!

Die Schweiz wird oft als terrestrisches Paradis bezeichnet, sowohl von den Touristen als auch von den Bewohnern. Wir begegnen überall der prototypischen pittoresken Idylle: grüne Hügel, Schafherden, saubere Luft, frisches Wasser, majestätische Berge, die Kraft der Kräuter ("Schwiizerkraft”). Welch besseren Ort für eine künstlerische Untersuchung des Pittoreskes gibt es als in seinem Herzen? (Das Adjektiv pittoresk wird bildungssprachlich verwendet und bedeutet malerisch. Es wird oft für die Beschreibung von Landschaften und anderen Umgebungen gebraucht.)

Ziel der Ausstellung ist, die Tradition der Landschaft und den Begriff pittoresk kritisch zu untersuchen, mit Fokus auf den schweizerischen Raum. Was empfinden wir heute als pittoreske Landschaft und warum? Welche Mythen durchdringen unsere Landschaft? Wie prägen Kultur, Tradition, Erinnerung und Macht unser Verständnis von “pittoresk”? Seitdem Claude François Denecourt die romantische Wanderung im Wald bei Fontainebleu erfunden hat, hat sich der Tourismus stark entwickelt. Warum aber sind die beliebtesten pittoresken Bilder universal, egal von welchem Land und welcher Kultur wir sprechen?

Die Natur ist ein kulturelles Konstrukt, ein Ort, der der Fantasie des Städters nicht weniger Nahrung gibt als seinem Bauch. Hier sollen wir unsere “wahre Natur” finden. Doch wir sind blind für die vielen Veränderungen und für die Tatsache, dass sogar die Bereiche unberührter Wildnis zu Massenunterkünften unseres kulturellen Gedächtnisses geworden sind.

Mögliche Denkansäze:
- Landschaft und Nationale Identität. Die Benutzung von Landschaft für die Schaffung von nationalen Mythologien. Landschaften können bewusst so konzipiert werden, um die Vorzüge einer bestimmten politischen oder sozialen Gemeinschaft auszudrücken.
- Pittoresk als Sedativ. Die Natur als Massen beliebtes Erholungsraum. Das rustische Leben als moralische Korrektur der Übel des städtischen Lebens. Idealisierte Realität?
- Von Pittoresk zu Grotesk. Die zeitgenössiche Lust auf witzige, ironische oder groteske interpretationen der traditionellen pittoresken Landschaft. Der Landschaft ist nicht immer ein “Ort der Freude”, sie kann auch ängstlich, störend, unheimlich sein.